Revolution am Fuss: ECA-Studie fordert frauenspezifische Fussballschuhe

Warum herkömmliche Schuhe nicht ausreichen

Die European Club Association (ECA) hat eine bahnbrechende Untersuchung veröffentlicht, die einen systematischen Wandel in der Sportartikelindustrie einläuten soll. Das Ziel: Jede Fußballerin soll Zugang zu Schuhen haben, die exakt auf die weibliche Anatomie zugeschnitten sind.

Über Jahrzehnte hinweg basierte das Design von Fußballschuhen primär auf Daten von weißen, männlichen Spielern. Die Forschung der ECA unter der Leitung von Dr. Katrine Kryger (St. Mary’s University) zeigt jedoch, dass sich Frauenfüße anatomisch signifikant unterscheiden:

  • Mittelfuß: Der erste Mittelfußknochen ist länger und steht in einem anderen Winkel.

  • Fußgewölbe: Frauen weisen tendenziell ein höheres Gewölbe auf.

  • Knöchel: Der Umfang des Knöchels unterscheidet sich deutlich von dem der Männer.

  • Passform: Ein breiterer Vorfuß kollidiert oft mit den schmal geschnittenen Modellen für Männer.

Kernergebnisse der Studie

Für die Studie wurden 350 Elite-Spielerinnen befragt und mithilfe von 3D-Scans (Technologie von Aspetar) analysiert. Die Ergebnisse sind alarmierend:

  • Schmerz und Unbehagen: 82 % der befragten Spielerinnen klagen über Schmerzen oder Unbehagen in ihren aktuellen Schuhen.

  • Ethnische Unterschiede: Spielerinnen mit schwarzer, asiatischer oder gemischter ethnischer Herkunft berichteten über überdurchschnittlich große Beschwerden. Da viele Modelle für weiße Männer entwickelt wurden, müssen diese Spielerinnen oft Schuhe tragen, die zwei Nummern zu groß sind, um der Breite ihres Fußes gerecht zu werden.

  • Positionsspezifische Unterschiede: Erstaunlicherweise berichteten Torhüterinnen über mehr Beschwerden als Feldspielerinnen.

„Es ist klar, dass ein Einheitsansatz (‚one-size-fits-all‘) nicht ausreicht. Die gewonnenen Daten werden die Entwicklung von Schuhen unterstützen, bei denen Sicherheit und Leistung im Vordergrund stehen.“ – Dr. Katrine Kryger

Fazit für die Zukunft

Die ECA sieht in diesen Daten einen globalen Bezugspunkt. Es geht nicht mehr nur um Ästhetik oder kleinere Größen (das sogenannte „Shrink it and pink it“-Prinzip), sondern um die medizinische Notwendigkeit, das Verletzungsrisiko (wie z. B. Kreuzbandrisse) zu minimieren und die sportliche Leistung zu optimieren.


Originalquelle: Burhan, A. (2023, 26. Juni). European Club Association fund pioneering research into developing women-specific boots. Forbes. https://www.forbes.com/sites/asifburhan/2023/06/26/european-club-association-fund-pioneering-research-into-developing-women-specific-boots/